Hanuman ist der Sohn des Windgottes (Vayu) und des Krokodils (Arijana)(1). Er ist der General der Affen, der Gott der Heilkunst(2), der Kraft(3) und der Gottesanbetung(4). Da seine Tempel nicht von Frauen betreten werden dürfen (er haßt das Klickern der Armreifen) und er unverheiratet(5) ist, wird er auch von Homosexuellen häufig verehrt. Die unteren Schichten der Bevölkerung lieben ihn, denn sie sagen, er wäre ein kleiner Gott, deswegen würde er sich auch um die kleinen Leute kümmern. Sein heiliger Tag ist der Dienstag.

Als Baby hielt Hanuman die Sonne für eine Frucht, ergriff sie, steckte sie in den Mund und wollte sie herunterschlucken. Die übrigen Götter mußten alle ihre Überredungskunst aufwenden, um ihn davon abzuhalten und die Welt vor ewiger Finsternis zu retten.

Erwachsen wird er der wichtigste Bundesgenosse Ramas in seinem Kampf gegen Ravana.

Nachdem Ravana Sita, die Gemahlin Ramas, in seinem Himmelswagen entführt hat, nimmt der König der Adler(6) die Verfolgung auf und wird durch einen Pfeil Ravanas getötet. Bei der Leiche seines toten Freundes schwört Hanuman Rache und unterstüzt von nun an Rama in seinem Kampf. Zunächst macht er sich auf die Suche nach Sita und findet sie in Sri Lanka. Auf dem Weg dorthin wird er jedoch von einer mit Ravana befreundeten Dämonin (Surasa) entdeckt. Um Ravana zu schützen verschluckt sie Hanuman. Dieser befreit sich, indem er sich erst gewaltig ausdehnt, sodaß sie ihr Maul aufsperren muß, sich dann blitzschnell wieder winzig klein zusammen zieht und durch ihr Ohr entkommt.
Auf Hanumans Bericht hin rückt Rama mit seiner Armee aus Tieren gegen Ceylon vor, kommt jedoch an der Meerenge, die die Insel vom indischen Subkontinent trennt, zunächst zum Halten. Es muß ein Damm errichtet werden um die Armee überzusetzen. Alle(7) helfen und Hanuman bringt ganze Berge, die er als Brückenpfeiler(8) versenkt. Als nun der Kampf um die Hauptstadt Ravanas selbst tobt, ist es immer wieder Hanuman, der mit seinen Affen zuerst in die Festung eindringt. In den heftigen Gefechten wird Lakshmana, der Bruder Ramas, schwer verletzt und kann nur durch eine Heilpflanze von einem Berg in Nordindien geheilt werden, die er vor Tagesanbruch braucht. Hanuman springt mit einem einzigen Satz dorthin und da er die Pflanze nicht erkennt, reißt er einfach den ganzen Berg aus, nimmt ihn auf seine Handfläche und springt wieder zurück. Zwischenzeitlich will jedoch die Sonne aufgehen. Um dies zu verhindern schnappt Hanuman den Sonnenwagen samt Sonnengott, packt ihn in seine Hand unter den Berg und läßt ihn erst nach der Heilung Lakshmanas wieder frei.
Als Ravana schließlich besiegt und Sita befreit ist, nimmt Hanuman Rama und Sita auf seine Schultern und springt mit ihnen zurück nach Indien.

  1. nach manchen Legenden soll er auch einer der Söhne Shivas sein
  2. speziell auch für geistige Erkrankungen (Ballaji)
  3. weswegen er von Athleten und Ringern verehrt wird
  4. er ist der größte Verehrer Ramas (Vishnu)
  5. er ist unverheiratet, da in seinem Herzen nur Platz für Rama und Sita ist (Bhakti)
  6. Nachkomme Garudas, Freund Ramas und Hanumans
  7. Alle Arten von Tieren waren am Bau beteiligt. Die Bären wälzten Felsen, die Elefanten trugen Baumstämme, etc... Auch die Streifenhörnchen beteiligten sich. Sie wälzten sich im Staub, liefen dann zum Ende des Damms und schüttelten sich dort aus. Als nun der König der Streifenhörnchen dabei dem König der Elefanten vor die Beine lief und der anhalten mußte, war dieser darüber so erbost, daß er den König der Streifenhörnchen als unnützes Vieh beschimpfte. Der brach aus Kummer darüber sofort in Tränen aus. Als Rama dies sah, strich er ihm mit zwei Fingern über den Rücken um ihn zu trösten. An den Stellen, an denen er ihn mit seinen Fingern berührte, ging der Staub ab und es bildeten sich die Streifen, die seitdem alle Streifenhörnchen haben.
  8. kleine Inseln zwischen Indien und Sri Lanka